Ortsring Schierstein 1953 e. V. Dachverband der Schiersteiner Vereine und Institutionen
Ortsring Schierstein 1953 e. V.Dachverband der Schiersteiner Vereine und Institutionen

Die Kunstmole im Schiersteiner Hafen ist von April bis Oktober immer einen Besuch wert.

 

Kunstmole 2017

Ausstellung vom 28.04.bis 03.10.2017

Ausstellungeröffnung am 28.04.17, 16 Uhr auf der Kunstmole

 

Diesmal:

Sandra Heinz, Roland Meyer-Petzold, Ulrich Schreiber

 

Sandra Heinz, Unantastbar I und II 2017 und Sandra Heinz, Erinnerung an H. 2011

Kurze Beschreibung der Arbeiten:

Die Graphiken und Objekte von Sandra Heinz basieren auf gebrauchten Textilien. Textilien des Alltags, die in der Regel von ihren ehemaligen Besitzern aussortiert, Spuren  der Nutzung und nicht selten individuelle Erinnerungen in sich tragen.   So sind sie Erinnerungsträger des Einzelnen und Speicher der Zeit. Anschaulich machen das zwei mit weißer Farbe überstrichene Paar Herrenschuhe, Erinnerung an H. ist der Titel der Arbeit für den Einzelsockel.

Die mit Farbe getränkten Textilien werden nach dem Trocknen zu starren Objekten, die in ihrer jeweiligen neuen Form zwar noch auf den Menschen verweisen, der dieses Teil einmal getragen hat, in  ihrer inhaltlichen Deutung aber auch weit darüber hinausgehen.

Neben der Arbeit Erinnerung an H. gibt es zwei neue, eigens für die zwei Betonsockel der Kunstmole angefertigte Arbeiten aus dem aktuellen Werkkomplex unantastbar, der von Artikel 1 des Grundgesetzes angeregt ist. Die Sockel dienen als Präsentationsplattformen für die Stoffobjekte, die sich unantastbar unter den Plexiglashauben befinden, die  schützend über Sockel und Objekt gestülpt sind. Es handelt sich um zwei mit weißer Acrylfarbe versteifte Herrenoberhemden, die jeweils einmal auf der Rückseite und einmal auf der Vorderseite über und über klein mit Bleistift beschrieben sind. Der Text wird zur Textur des Hemdes, die Schrift lädt ein, genauer hinzuschauen.  Auch wenn der Gesamttext kaum lesbar sein wird, können doch Fragmente auf den Inhalt verweisen, der gewissermaßen in das Hemd eingeschrieben ist.

So überlagern sich in den gezeigten Arbeiten unterschiedliche Ebenen, nicht nur auf der stofflichen Basis,  sondern auch in der inhaltlichen Deutung, die dem Betrachter ein Spektrum an haptisch-taktil assoziierten Wahrnehmungen ermöglicht.

 

„Roland Meyer-Petzold, Raumstruktur I, 2017“ und „Roland Meyer-Petzold, Raumstruktur II, 2017“

Kurze Beschreibung:

Zu I: In einem Betonsockel von 90 x 180 cm stecken 32 jeweils 350cm lange Holzstäbe, deren oberes Ende richtungsweisend geformt ist. Die Anordnung wurde durch Zufall ermittelt, indem 32 kleine Holzwürfel über der Fläche fallen gelassen wurden. Durch die Witterungseinflüsse sollen sich die Stäbe verziehen und so ein Eigenleben zeigen. Die zunächst etwas starr wirkende Raumstruktur wird lebendiger werden. Dass diese Gruppe auch an Bäume oder Menschen erinnern kann, die zufällig beisammen stehen, ist mitgedacht worden.

Zu II: In dem 2 x 2 m großen Eisenrahmen werden mittels Stahlseil 12 Alustangen von 2 m Länge und 3 cm Durchmesser  eingespannt. Diese alle mehr oder weniger stark von der Waagrechten und von der Ost-West-Richtung abweichenden Ausrichtungen der Stangen können wie kurze Abschnitte aus einem Mövenschwarmflug verstanden werden. Man kann diese Skulptur genauso gut als ungegenständliche Raumstruktur sehen, die ihre Spannung aus der Verblüffung zieht, dass diese Konstruktion hält, die zunächst so rätselhaft erscheint.

 

Ulrich Schreiber - Münzfernrohre

Münzfernrohre, schon der Name wirkt veraltet.

Dinge und Erinnerungen aus meiner Kindheit.

Verbunden mit besonderen Ereignissen, Ausflügen,

Reisen, dem Entdecken der Welt.

Es sind Gegenstände die aus unserer Welt verschwinden,

aber es bleibt das Symbol und die Bedeutung - zumindest

für meine Generation.

Ein Telefon mit Wählscheibe, längst ausgestorben, ist ein

Zeichen das immer noch funktioniert.

Ich nutze die Form und die Anmutung und beschreibe sie

mit meinen Mitteln.

Bleche, Stäbe und Drähte, gekantet, gebogen und verschweißt

beschreiben Formen und Materialien die man kennt.

Bilder die existieren, Aluguss-Füsse, Standrohre, Drehgelenke,

Münzeinwürfe, Fernrohre, das Gefühl wohinschauen zu können,

etwas zu beobachten, etwas zu verstehen.

Die Wahrnehmung ist wichtig.

Dazu kommt der Ort, die Mole am Fluss, die Aussicht, die

Bewegungen auf dem Wasser, die Landschaft.

Es ist ein Ort um etwas zu beobachten.

Die Idee zu diesen Arbeiten entstand mit der Möglichkeit hier

auszustellen.

Die Arbeiten werden unbehandelt aufgestellt und verändern sich im

Lauf der Ausstellung. Sie werden rosten, bekommen Farbe

und Patina.

 

Sandra Heinz
Sandra Heinz
Roland Meyer-Petzold - Raumstrukturen
Roland Meyer-Petzold - Raumstrukturen
Ulrich Schreiber

Bilder der vergangenen Ausstellungen:

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